Rückseite der Visitenkarte von Neues Vorum für veganes Leben in Leipzig e. V.

„Veganismus ist aktiver Tier- und Naturschutz“ [PW]

Die Initiative „Leipzig 30 Tage Vegan“ hat alle Leipziger dazu eingeladen sich im Mai ausschließlich vegan zu ernähren. Meine Frau und ich haben schon vorher versucht auf so viele tierische Produkte wie möglich zu verzichten, doch es gab noch Kleinigkeit die schwer vielen. Die Milch im Kaffee, der herzhafte Käse zum Frühstück, waren zentrale Elemente. Uns war aber klar, es muss gehen! Also haben wir die Initiative genutzt, um im Mai auf jegliche tierische Produkte zu verzichten. Resultat: Ein voller Erfolg!

Ich möchte hier nicht die unzähligen Alternativen für Milch, Käse, Wurst, etc. aufzählen. Dafür gibt es wunderbare Blogs und Websites.

Mir geht es um das Warum.

Eines vorweg, ich stelle meine Ernährung nicht aus gesundheitlichen Gründen um! Ich ernähre mich nicht vegan, weil ich dadurch gesünder lebe. Vielleicht ist das ein schöner Nebeneffekt, vielleicht aber auch nicht. Der Punkte jedoch ist, dass die wenigstens Veganer sich aus diesem Grund dieser Ernährungsform angeschlossen haben. Ohne Zweifel gibt es Menschen die sich vegan ernähren um gesünder zu leben. Bill Clinton ernährt sich (fast) vegan, weil es ihm um die Gesundheit geht. Es gibt zahlreiche Studien, und Ärzte die belegen, dass eine vegane Ernährung gesünder ist als die herkömmliche. (ein Beispiel). Auf gar keinen Fall ist sie aber ungesünder. Und hier ist der Knackpunkt. Die Gesellschaft akzeptiert dieses unglaubliche Tierleid, die unbeschreibliche Wasser- und Nahrungsmittelverschwendung und die bedenkliche Umweltverschmutzung nur für „Geschmack“ und „Genuss“!

Vegetarier sein reicht nicht aus!

Ich habe auf den Konsum von Fleisch schon eine ganze Weile verzichtet. Beschäftigt man sich jedoch tiefer mit dem Thema stellt man schnell fest: das ist inkonsequent. Allein die Milchproduktion zeigt erschütternde Fakten:

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Natürlich industriell
8 Liter Milch pro Tag
Lebenserwartung 30 Jahre
50 Liter Milch pro Tag
Lebenserwartung 5 Jahre

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In der Eierproduktion sterben laut peta 50 Millionen männliche Küken pro Jahr, auch für BIO-Eier. Diese haben eine Lebenserwartung von ein paar Stunden bis zu einem Tag. Mit Schaufeln werden die männlichen Küken nach der Geburt in den Schredder gestopft oder direkt vergast. Das zeigt ein Video einer ZDF-Dokumentation.

Es werden allein in Deutschland jedes Jahr 500 Millionen „Nutztiere“ geschlachtet, Kühe, Hühner, Schweine und viele weitere. Fast alle diese Tiere besitzen ausgeprägte soziale Strukturen und weisen Emotionen auf, die auch der Mensch inne hat. Das heißt sie spüren Angst – Todesangst, Trauer, Verlust, und leiden an Depressionen. Eine Kuh der ihr Kind sofort nach der Geburt weggenommen wird, empfindet vermutlich wie die menschliche Mutter bei Verlust eines Kindes.

Wir halten uns Kaninchen als Haustiere und akzeptieren, dass jährlich 25 Millionen davon unter abartigsten Zuständen gehalten und geschlachtet werden.

Hühner können in Gruppen bis maximal 40 Tieren gehalten werden, da sie eine Hackordnung benötigen. Ist die Anzahl der Tiere innerhalb einer Gruppe höher, ist es für Hühner unmöglich diese Hackordnung aufrecht zu erhalten. Also wird diese ständig neu „ausgekämpft“. Meist werden die Tiere aber in Hallen mit mehr als 10.000 Tieren gehalten.

Es gibt tausende weitere ekelhafte Beispiele menschlicher Perversion. Fleischkonsum – egal ob Bio oder nicht – setzt ein grausames und abartiges Handeln von Menschen voraus.

Möchte man als Vegetarier den Tot und die Massentierhaltung nicht unterstützen ist es zwingend notwendig sich vegan zu ernähren. Die Milch- und Eierproduktion gleicht in ihrer Perversität exakt der Fleischproduktion.

Tierindustrie zerstört die Umwelt!

Die Tierhaltung und –produktion widerspricht nicht nur ethischen und moralischen Vorstellungen, sondern fordert ein hohes Maß an Umweltzerstörung und Hungerleiden.

Fakt ist: Die landwirtschaftliche Tierhaltung verursacht mit 18 % mehr Emissionen als der globale Verkehr: Sie trägt einen Anteil von 37% der globalen Methan Emissionen, 9% des Treibhausgases CO2 und 65% von Distickstoffmonoxid – einem Gas das ein 300-fach größeres Potential zur globalen Erwärmung hat, als CO2.
Fakt ist: Über 90% der Weltsojaernte und über 50% der Getreide und Maisernte gehen in die Fütterung der Tiere in der Landwirtschaft.
Fakt ist: Jede Minute wird die Fläche von ungefähr 35 Fußballfeldern planiert, um mehr Raum für bewirtschaftete Tiere zu schaffen
Fakt ist: Etwa 20% des amazonischen Regenwaldes sind bereits gerodet oder niedergebrannt worden, um Weidefläche für Tiere zu gewinnen.
Fakt ist: Ein Drittel aller fossilen Energien werden verwendet um Nutztiere zu züchten.
Fakt ist: 70% aller Trinkwasserressourcen gehen in die Landwirtschaft. Eine omnivore Ernährungsweise erfordert ungefähr 15.000 Liter täglich, eine vegetarische 4.500 Liter und eine vegane ca. 1.100 Liter.
Fakt ist: In den USA produzieren Nutztiere 130 Mal mehr Exkremente als die menschlichen Einwohner.
Fakt ist: Pestizide, Dünger und andere in der Landwirtschaft und Nutztierindustrie eingesetzte Mittel verschmutzen Grundwasser, Böden und die Luft.

Quelle: peta – http://www.peta2.de/web/10gruende.1200.html

Liebe Medien: Es geht nicht um gesünder oder nicht!

Denkt man über die Fakten nach, so gibt es nur den Weg sich vegan zu ernähren oder noch besser Veganer zu werden. Dabei spielt es überhaupt kein Rolle, ob vegane Lebensmittel nun gesünder oder ungesünder sind als konventionelle, wie es Spiegel und Co. zahlreich thematisiert haben.

Die oben beschriebenen Punkte haben die Medien wohl vergessen (oder ignoriert), als vor ein paar Wochen die „Veganer-Keule“ geschwungen worden ist. „Vegane Lebensmittel sind auch nicht gesünder!“ titelt Spiegel-Online. „Vegane Ernährung macht nicht schlank“, die Huffington Post. „Kein Fleisch mach auch nicht glücklich“ die Zeit.

In keinem dieser Artikel wurden die eigentlichen Gründe einer veganen Lebensweise aufgegriffen. Laut der Albert Schweitzer Stiftung gibt es 600.000 bis 1 Million Veganer in Deutschland. „Der häufigste Weg zum Veganismus führt über die ethisch motivierte vegetarische Ernährung […].“ so die Stiftung.

Also warum werden hier die Gesundheitlichen Aspekte aufgegriffen? Um Auflage zu erzeugen. Im Grunde ist jedem klar, dass die Ernährung unsere Gesellschaft die schädlichste und perverseste ist, die sie bisher erreichen konnte. Aber „schlimm“ ist es ja nicht, denn der Spiegel sagt, es ist auch nicht besser (ähhh… gesünder.)

Übrigens: Wunderbare Kommentare zu den genannten Artikeln findet ihr auf graslutscher.de.

Captian Paul Watson, Gründer der Tierschutzorganisation Sea Shepherd und überzeugter Veganer, formulierte es so

„Veganismus ist aktiver Tier- und Umweltschutz!“

Fazit meiner „30 Tage Vegan“: Ich werde mich zukünftig vegan ernähren, weil es richtig ist und problemlos funktioniert.

Wer noch ein paar Argumente benötigt, schaut sich am besten dieses Video an:

A Life Connected – Deutsche Version from PEPE PICTURES on Vimeo.

Go Vegan!

Beitragsbild: Rückseite der Visitenkarten von Neues Vorum für veganes Leben in Leipzig e. V.

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